Región de los Lagos - Auf Rufbereitschaft in der chilenischen Schweiz

Tiefblaue Seen, weite Araukarien Wälder und schneebedeckte Vulkane, wohin man schaut. Würde aus dem ein oder anderen Berg nicht eine kleine Rauchwolke emporsteigen, könnte man diese Ecke Chiles tatsächlich mit unserem schönen kleinen Nachbarland verwechseln. Aber genau deswegen war ich hier und eben nicht in der Schweiz. Mein Ziel lag auf knapp 2800 m Höhe und schimpft sich Vulkan Villarrica – und genau aus diesem Vulkankegel sollte eigentlich kein Rauch zu sehen sein… eigentlich!

Ausgangspunkt meiner geplanten Vulkanbesteigung war Pucón, ein schnuckeliger kleiner Touristenort, ca. 9 Fahrstunden von Santiago entfernt, am Lago Villarrica gelegen. Der Aufstieg zum Kraterrand war bereits für den nächsten Tag geplant, doch diese Hoffnung hatte ich bereits bei der Anreise mit dem Blick auf den Vulkan verloren. Dies bestätigte mir dann auch unser Tourguide, denn der Berg war seit ein paar Tagen wieder am Brodeln und Alarmstufe 2 bzw. „orange“ wurde verhängt. Dies bedeutete, dass man zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen konnte, ob er „nur etwas am Blubbern war“, um in ein paar Tagen wieder in einen Schlaf zu verfallen oder um dann doch auszubrechen. Die Tour wurde dementsprechend auf Standby gesetzt und ich sollte mich bereithalten, um schnell vor Ort zu sein, sollte der Aufstieg wieder möglich sein.



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Tag 1 und 2 der Rufbereitschaft

Nun hieß es also die Wartezeit sinnvoll zu nutzen und die wunderschöne Gegend rund um Pucón zu erkunden. Neben einem Spaziergang durch den Ort darf auch der Besuch des Lago Villarrica mit seinem schwarzen Sand nicht fehlen. Und da ich den nächsten Tag auch noch komplett zur Verfügung hatte, suchte ich mir eine der empfohlenen Wanderungen zu einem der vielen schönen Wasserfälle in der Umgebung heraus. Meine Wahl fiel auf den Salto del Claro, ein versteckter und recht unbekannter Wasserfall ca. 8 km von Pucón entfernt. Den Weg dorthin sollte man sich definitiv gut von Einheimischen erklären oder besser noch aufschreiben/aufmalen lassen, denn viele Wegweiser gab es nicht. Die Hilfsbereitschaft der Chilenen kommt einem hier aber zugute, sollte man doch mal die falsche Abzweigung nehmen. Die kleine Wanderung verlief durch ruhige, ursprüngliche Wälder und ich traf auf dem kompletten Weg lediglich zwei andere Reisende – wer also einen Tag Ruhe vom Reisetrubel haben möchte, ist hier genau richtig!



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Rufbereitschaft Tag 3

Ich war nun an Tag 3 meiner „Rufbereitschaft“ zur Vulkanbesteigung angekommen. Nachdem ich die ersten beiden Tage am See und Wasserfall verbracht habe entschloss ich mich, den dritten Tag nochmal mit einer etwas größeren Wanderung zu füllen. Hierfür habe ich den Huerquehue Nationalpark auserkoren mit dem Trek zu den ‚Tres Lagos‘, den Seen Chico, Toro und Verde. Die Wanderung wurde mit ca. 12 km und 1000 Höhenmetern als moderat beschrieben, am Eingang des Nationalparks hätte mir das Hinweisschild mit Vermerk ‚extremo‘ aber auf jeden Fall zu denken geben sollen. Im Gegensatz zur Wasserfall-Wanderung war dieser Weg sehr gut besucht und einwandfrei beschildert, verlaufen war hier also nicht möglich. Die Strecke führte durch wunderschöne Wälder immer weiter bergauf mit beeindruckenden Blicken auf die umliegenden Berge. Diese atemberaubenden (und dieses Wort meine ich hier wortwörtlich) Aussichten konnte ich bei den vielen Verschnaufpausen in vollsten Zügen genießen, denn der steile Aufstieg hatte es in sich. Auf ca. 1200 m Höhe traf ich dann auch auf die berühmten immergrünen Araukarien Bäume, die für diese Region in den Anden bekannt sind. Nach ca. 3 Stunden hatte ich es geschafft und war am ersten der drei Seen angekommen. Nun ging es auf relativ ebener Strecke entlang des türkisfarbenen Wassers und durch die idyllischen Wälder von einer Lagune zur nächsten und man konnte bei einer kleinen Pause die strapazierten Füße im eiskalten Wasser erfrischen. Genauso anstrengend wie der Anstieg ist auch der Abstieg, das sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Doch mit den vielen schönen Eindrücken und Erinnerungen des Tages läuft es sich fast wie von allein wieder zurück ins Tal. Per Shuttlebus ging es dann vom Eingang des Nationalparks zurück nach Pucón.



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Weshalb war ich eigentlich nochmal hier?

Wer mittlerweile schon vergessen hat, weswegen ich eigentlich in der chilenischen Schweiz unterwegs war, dem kann ich es nicht verübeln. Meine Gedanken kreisten aber auch nach der Wanderung zu den Tres Lagos immer noch um den Vulkan Villarrica und die weitere Planung meiner Reise. Ich hatte nun bereits fünf Tage in Pucón verbracht und der Berg wollte einfach nicht zur Ruhe kommen. Schweren Herzens entschloss ich mich am sechsten Tag meine Reise fortzusetzen und die Vulkanbesteigung auf den nächsten Trip nach Chile zu verlegen. Ich trat die Weiterfahrt Richtung der Insel Chiloé an und hörte bereits am nächsten Tag von der Eruption des chilenischen Vulkans Villarrica in den Nachrichten. 

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