Hobbiton Movie Set – ODER: Wie eine Eiche eine Farmerfamilie zu Millionären machte.

von Tobias Breier                                               <Enthält Werbung>

Heute steht das Auenland auf der Agenda, was für einen Lord of the Rings Fan wie mich natürlich Pflichtprogramm ist. Das Set besteht tatsächlich seit der Verfilmung der Trilogie, wurde für den „Hobbit“ nochmal leicht abgeändert und erweitert und steht seitdem für Besucher offen – für sehr, sehr viele Besucher.


Täglich werden hier 2.000 Menschen aus aller Welt durchgeschleust. Durch gutes Timing und Organisation der Veranstalter kommen sich die im 5-Minuten-Abstand stattfindenden Touren aber tatsächlich nicht in die Quere – ok, meistens...

Bilbo Beutlins Hobbithöhle in Lord of the Rings

Die Geschichte von der Eiche

Auf der 15-minütigen Busfahrt vom Ticketoffice zum Set plaudert der Tourguide aus dem Nähkästchen der Geschichte des Sets. Darüberhinaus laufen zur Auffrischung des Gedächtnisses einige Szenen des Films auf dem Fernseher. Der Regisseur Peter Jackson hatte eigentlich (da ist das Wort wieder :-)) schon diverse Orte für die verschiedenen Sets von Hobbiton ausgewählt und begonnen diese aufzubauen. Was noch fehlte, war ein Platz mit einer großen Eiche für die 111te Geburtstagsfeier von Bilbo Beutlin. Als er mit dem Hubschrauber über die Landschaft flog, fand er nicht nur die große Eiche, sondern passend dazu auch noch die perfekte direkte Umgebung für Hobbiton. Die hügelige Beschaffenheit für die Höhlen, die große Partyfläche vor der großen Eiche sowie den kleinen See, der sich laut Buch von JRR Tolkien in der Heimat der Hobbits befand. Das war das große Los für die Farmerfamilie Alexander, der das Stück Land gehört. Zwar wollte der Vater gar nicht in die Verhandlung einsteigen – „Lord of the what?!?“, jedoch hatte sein Sohn Russell den richtigen Riecher und überzeugte seinen Vater, den Deal zu unterzeichnen. Und seitdem fließen die Neuseeland-Dollar jetzt schon seit 20 Jahren ununterbrochen...

Hobbiton ist wunderschön!

Die Bluffs von Hobbiton – was ist echt und was nicht?

Jackson hatte bei der Errichtung des Dorfes tatkräftige Unterstützung der neuseeländischen Armee, deren Helfer dann als Dank auch als Statisten im Film mitspielen durften - viele tatsächlich in der Armee der Orks. Allerdings war die Arbeit auch nicht die Leichteste, da Jackson ein extremer Perfektionist ist. Die Alexander’s haben auf der Farm ca 13.000 Schafe. Jackson waren die aber alle zu „modern" (!?!), sodass extra Suffolk Schafe aus Großbritannien für den Film importiert werden mussten.

Die Eiche über Bag End, die Höhle von Bilbo Beutlin, musste für die Verfilmung des „Hobbits“ ausgetauscht werden, da die Episoden 70 Jahre vorher spielen. Da kein passender, jüngerer Baum gefunden wurde, bestellte Jackson kurzerhand einen Fiberglasbaum aus Taiwan. Bei diesem war aber leider die Farbe der Blätter nicht nach seiner Vorstellung. So hat sich eine Schar von Arbeitern daran gemacht, tausende von künstlichen Blättern im passenden Grün einzeln anzumalen. Danach haben sich die Maler die Teilnahme als Statist an Bilbos Geburtstagsfeier aber auch redlich verdient, bei der Jackson allen verkündet hat, sie dürften so viel Bier trinken wie sie wollen. Was er verschwiegen hat war, dass er extra für diesen Anlass Bier mit 0,1% Alkohol hat brauen lassen, damit am Ende der Dreharbeiten nicht wirklich alle Statisten rappelvoll durchs Bild torkeln – der Fuchs!

Auf freundliche Einladung von Hobbiton Movie Set durften wir eine grandiose Tour erleben!

Könnt Ihr Euch an den tollen Sonnenuntergang erinnern, den Bilbo und Gandalf von Bag End aus betrachten? War nicht ganz leicht, den zu filmen, da Hobbiton nach Osten ausgerichtet ist und in der Richtung – auch auf der Südhalbkugel - Sonnenuntergänge in der Regel nicht zu sehen sind. Was tun? Einfach einen Sonnenaufgang filmen und rückwärts laufen lassen. Und nur Dank seines scharfen Auges wurden im letzten Review noch die rückwärts fliegenden Vögel entdeckt, die schnell aus dem Schnitt entfernt wurden. Wäre ein gefundenes Fressen für die Filmfehler-Fetischisten geworden.

Von den 44 Höhlen

So viele Eingänge wurden in die hügelige Landschaft der Alexander Farm in Matamata gebaut. Eingänge – nicht Höhlen? Ja genau! Als Einzige, aus der auch von innen nach außen gefilmt wurde, ist mit ca. 4 Meter Tiefe Bilbos’s Höhle Bag-End. Alle anderen 43 Höhlen sind etwa 1-2 Meter tief. Die Größe der Eingänge sind übrigens mit einem Verkleinerungsgrad von 10% bis 40% angefertigt worden, um mit entsprechender Kameraeinstellung die Hobbits, je nach Größe der Schauspieler, auch als Halblinge darstellen zu können.

Zwei Stunden in Hobbiton

Die zweistündige Tour war der absolute Knaller. Die Szenerie wird laufend und mit hohem Aufwand und einer Detailtreue Instand gehalten, dass man sich wahrhaftig in den Film versetzt fühlt. Die Szenen laufen vor dem geistigen Auge vorbei, während man an den verschiedenen Locations von Hobbiten langschlendert. Der krönende Abschluss ist ein Getränk im Green Dragon, der Schänke der Hobbits.

Bag End und die große Eiche, die keine ist!

Fazit

Als Fan der Trilogie ein absolutes Muss. Aber auch als Nicht-Kenner von
„Herr der Ringe" sehr empfehlenswert!

Zusatz von Barbara: Beim meinem ersten Neuseelandbesuch habe ich Hobbiton sogar geskippt, weil es mir als Touristennepp erschien. Nachdem ich nun selbst dort war: Ja, es ist sehr touristisch, aber auch wie von Tobi geschrieben, sehr, sehr sehenswert und total süß! Auch hier: Machen! 

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