Ein Tag in Rotorua. Oder: Wie kann etwas so Schönes so bestialisch stinken?

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Rotorua zählt quasi zum Pflichtprogramm in Neuseeland. Es steht in fast jeder Top 10 Liste der Dinge, die man gesehen haben muss und verspricht ein absolutes Highlight zu sein. Somit machten wir uns nach unserem grandiosen Besuch in Hobbiton auf den Weg Richtung Osten.

Von Hobbiton fährt man ca. eine Stunde nach Rotorua, somit kann man beide Punkte hervorragend miteinander kombinieren. Wobei man – laut Guide – Tage statt nur Stunden in Rotorua verbringen könnte. Da unser Fokus allerdings auf ein paar Dinge, die in den nächsten Tagen folgen sollten, lag, blieben wir nur einen halben Tag in Rotorua.

Knallige Farben in Wai-O-Tapu

„Hast du die Eier im Rucksack vergessen?!“

Was haben Eier mit Rotorua zu tun? Einiges! Sobald man sich der Stadt nähert und olfaktorisch auch nur halbwegs auf der Höhe ist, nimmt man einen bestialischen Gestank nach faulen Eiern wahr (deshalb auch der Spitzname „rotten-rua“). Was haben sich die Kiwis denn jetzt dabei gedacht?

Tja, der Gestank nach Schwefel kommt weder von faulen Eiern, die in Massen von Touristen in ihren Rucksäcken vergessen wurden, noch haben die knapp 60.000 Einwohner Rotoruas überdurchschnittlich viele und penetrant stinkende Flatulenzen. Rotorua, welches übrigens am gleichnamigen See liegt, ist berühmt für seine geothermischen Aktivitäten in und rund um die Stadt und weist zudem eine beträchtliche Dichte an Geysiren auf.

Neben seinen geothermischen Sehenswürdigkeiten ist Rotorua ein Spielplatz für Erwachsene. Zig Abenteuersportarten und andere durchgeknallte Dinge kann man hier machen. Dies hoben wir uns aber lieber für Queenstown, die Adrenline City des Landes, auf. Hier in Rotorua wollten wir Geysire, Wasser in allen möglichen Farben und Schlammlöcher sehen sowie natürlich dem charakteristischen Pups-Gestank auf den Grund gehen. 

Ruhe vor dem Sturm. Wir warten. Und warten. Warteten ein wenig mehr...

Nau mai haere mai. Willkommen in Te Puia! 

In Rotorua gibt es unzählige geothermische Wunderlichkeiten, die man bestaunen kann. Wir entschieden uns für zwei der größten und touristischsten: Te Puia und Wai-O-Tapu. Der Hintergrund ist der folgende: Wir wollten unterschiedliche Dinge sehen und in Te Puia liegt der Fokus auf den Geysiren während Wai-O-Tapu mit bunten, heißen Quellen, blubbernden Schlammlöchern, dampfendem Untergrund und riesigen vulkanischen Kratern aufwarten kann.

Empfohlen wurde uns zudem noch Waimangu, welches wir aber aus zeitlichen Gründen und unserer Spontanität schlechten Vorbereitung, erneut Profis am Werk, nicht schafften. Am Ende waren wir aber froh, dass wir Te Puia und Wai-O-Tapu ausgewählt hatten. Da wir erst am Nachmittag in die Stinki-Stadt fuhren, waren die Massen an Touristen schon weg und wir mussten uns beide Locations mit nur wenigen Menschen teilen.

„Bis :45 warten wir, aber dann reicht es!“

Wer mich kennt, der weiß, dass Geduld nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört. Aber bei manchen Dingen kann ich eine stoische Ruhe an den Tag legen. Zum Beispiel dann, wenn es um Pohutu geht!  

Und dabei ist Pohutu ein bisschen zickig und macht seinem Namen nur ein bis zwei Mal die Stunde alle Ehre. Pohutu ist Maori und bedeutet „dauerhaftes Plätschern“. Wie gesagt interpretiert der größte Geysir der südlichen Hemisphäre das Wort „dauerhaft“ ganz eigen. Wir standen also da und warteten. Und warteten. Und warteten. Warteten noch ein bisschen mehr. Gingen schnell ins Kiwihaus um festzustellen, dass Kiwis auch in Gefangenschaft keine Lust darauf haben, von Menschen beglotzt zu werden. Gingen wieder raus, warteten.... und es war schon eine knappe Stunde mehr oder weniger Ruhe um Pohutu. Der kleine Bruder nebenan spuckte zwar schon, aber Pohutu ließ sich bitten. Um 14:41 wurde es Tobi dann zu bunt: „Um :45 gehen wir, da kommt nix mehr.“

Ob Pohutu es gehört hat? Wir wissen es nicht. Aber um Punkt :44 wurde die Fontäne, die bis zu 30 Meter aus dem Boden schoss, immer höher und bot uns ein wahrliches Naturspektakel. Das Warten hat sich gelohnt und wurde am Ende auch belohnt – unsere meine Geduld hat sich definitiv ausgezahlt!

Pohutu spuckte dann ganz schön lange und nachdem wir in asiatischer Manier gefühlte 150 Fotos von immer demselben Motiv gemacht hatten, machten wir uns auf den Weg nach Wai-O-Tapu, das ca. 20 Fahrminuten von Rotorua entfernt Richtung Süden liegt.

Pohutu gibt alles - 30 Meter hohe Fontänen!

Surreal und nicht von dieser Welt: Wai-O-Tapu

Wai-O-Tapu hat uns nachhaltig beeindruckt. Denn hier findet man Farben der Natur, die bunter und kräftiger kaum sein könnten: Grün, gelb, rot – alles ist auf insgesamt drei ausgezeichneten Wanderwegen zu finden. Durch verschiedene Mineralien und chemische Stoffe wie Schwefel, Kupfer, etc. ist das Wasser entsprechend gefärbt. Durch die vulkanische Aktivität wiederum entsteht tief im Innern der Erde Hitze, die Blasen und Dampf an der Oberfläche entstehen lassen. Wie das Ganze dann aussieht, seht ihr auf den Fotos. Abgefahren und wirklich surreal – eben nicht von dieser Welt. Aber schaut selbst!

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