Tongariro Alpine Crossing. Oder: Eine der spektakulärsten Wanderungen der Welt!

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Vorab: Ich werde versuchen, bei diesem Beitrag nicht total durchzudrehen und diese Eintageswanderung nicht wie den Heiligen Gral zu glorifizieren.

Ok, vielleicht doch. Ne, ganz sicher doch! Denn trotz aller Widrigkeiten und Anstrengungen, ist das Tongariro Alpine Crossing schon jetzt eines meiner absoluten Highlights Neuseelands. Aber: Es gebührt einem gewissen Respekt! 

Do´s & Don´ts für das Tongariro Alpine Crossing

Hier ein paar Hard Facts bevor ich zu meiner ganz subjektiven (glorifizierenden) Schilderung der Wanderung komme:

  1. Der Tongariro National Park ist der älteste Nationalpark Neuseelands
  2. Zudem ist er zweifaches Weltkulturerbe der UNESCO. 
  3. Die Wanderung des Tracks ist 19,4 km lang (+ 800 m, wenn man danach noch zum Parkplatz  in Ketetahi laufen muss). 
  4. Beim Track bewegt man sich in alpinem Gebiet, sodass entsprechende Vorkehrungen getroffen werden müssen. 
  5. Da der Track kein Loop ist, muss man sich vorab über Transport/ einen Shuttle Gedanken machen. 
  6. Für die Tour sollte man bereit sein, einige körperliche Strapazen auf sich zu nehmen. Die 19,4 km erwandern sich nämlich, wie das meist so ist, nicht von selbst. 
  7. Eine gewisse Grundfitness sollte vorhanden sein - einige Passagen tun wirklich weh. 
  8. Überschätze niemals den möglichen schnellen Wetterumschwung sowie Wind und einhergehende Kälte von jetzt auf gleich. 
  9. Unabdinglich: Ausreichend Wasser und Proviant. 
  10. Die Kamera zur Hand, denn die Ausblicke sind atemberaubend, surreal und nicht von dieser Welt! 

Los geht es! Für mich die bisher schönste Eintageswanderung der Welt! Tongariro, here we come!

Dieses Mal hatten wir uns – ausnahmsweise – gut vorbereitet. Immerhin wollten wir 19,4 km & 1.200 Höhenmeter in alpinem Gelände zurücklegen. Zudem wussten wir von anderen Leuten, dass sie während der Wanderung von Kälte, Wind und Regen überrascht wurden. Und bei Wind von 65 km/h ist es in den Bergen eben nicht so richtig angenehm. Teilweise sind die Bedingungen so schlecht, dass der Trail nicht bewandert werden darf. 

Wenn Engel (mit)reisen.

Doch wir hatten Glück: Wenn Engel reisen... Am Morgen unserer Tour strahlte die Sonne vom blauen Himmel, auch wenn es draußen noch empfindlich kühl war. Nicht ohne Grund hatten wir Skiunterwäsche und wind- und wasserabweisende Jacken dabei.

Wir fuhren zum Endpunkt der Wanderung – die Ketetahi Road – um Waki dort abzustellen. Ein Shuttle (es gibt diverse, wir hatten vorab Tongariro Crossing Shuttle gebucht) fuhr uns dann wiederum zum Startpunkt des Crossings, Mangatepopo. Die Fahrt dauert nicht lang und man muss sich am Ende der doch recht anspruchsvollen Wanderung keine Gedanken darum machen, wie man zu seinem Gefährt kommt.

Das Wetter war bombastisch, allerdings zogen in unserem Rücken Wolken auf. Nachdem Tobi den Spruch „Das ist die Armee der Orks“ fallen ließ, legte ich (Babs), nach entsetztem Blick zurück, einen Zahn zu.

Die Armee der Orks in der Ferne...

Auf dem Weg zum Mount Doom in Mordor. Wo ist eigentlich Sauron?!

Denn man muss wissen. Während des Tongariro Crossings ist man umgeben von drei Vulkanen: Mount Tongariro (1.967 m), Mount Ruapehu (2.797 m) und Mount Ngauruhoe (2.287 m). Ja, stimmt, kennt kein Mensch. Denkt man. Ist aber nicht so. Denn wer die Herr der Ringe Trilogie gelesen oder gesehen hat, der kennt den Mount Ngauruhoe sehr wohl. Dieser Vulkan hielt her für Sauron´s Mount Doom mit dem gruseligen Auge. Und als wenn das nicht reichen sollte, führte uns der Weg durch die Ebene, die Vorlage für die Schlacht von Mordor war. So, und nun ergab das Zusammenspiel aus Wolken-Orks, Sauron, Mount Doom und Mordor eine Kombination, die mich einen Zahn zulegen ließ. Man muss wissen, dass ich selbst Harry Potter nicht allein angucken kann.

Wie dem auch sei. Der erste Teil des Weges (mit Orks im Rücken) ist sehr entspannt, führt relativ flach und wunderschön durch die Landschaft. Bis zu den Soda Springs, die auf 1.400 m liegen, legt man gut 4 km und nur 280 Höhenmeter zurück. 

Die Devil´s Staircase – wenn der Teufel Treppen in den Berg kloppt

Das nächste Stück hatte es in sich. Die Strecke ist zu steil um direkt hoch wandern zu können – die Höllentreppe wartete auf uns. 378 Treppenstufen, dazwischen immer wieder steile Anstiege, dazu die Orks im Rücken. Doch wir sollten belohnt werden. Nachdem wir die Treppen erklommen hatten, eröffnete sich uns der Blick auf Mordor mit Mount Doom zu unserer Rechten. BOAH! Diese Landschaft war erneut so surreal, so ganz anders als das, was wir noch am Vortag gesehen hatten: Hier war es rau, es lag teilweise noch Schnee, trockene Lava und Geröll – eine Vulkanlandschaft, wie sie im Buche steht.

Und das Beste war: Die Wolken-Orks hatten sich mehr oder weniger aufgelöst und folgten uns nicht mehr (oder sie haben sich zur Kriegsbesprechung zurückgezogen, man weiß es nicht...).

Ein weiteres steiles Stück später erreichten wir den Roten Krater – ein Wahnsinn! Die Vulkane hier sind teilweise noch aktiv. Vor fünf Jahren, als ich diese Tour schon einmal gemacht habe, kamen wir bis genau hier hin und mussten dann umkehren, weil Steine durch die Luft flogen. Dieses Mal durften wir weitergehen und kamen dann zu den Emerald Lakes. Seen mit einer Farbe, die nicht von dieser Welt ist! Einfach nur unglaublich!

Emerald Lakes - die Seen aus Smaragd!

Mundklappe wieder hochfahren – es geht an den Abstieg.

Ich habe mich, obwohl ich diese Wanderung bis hierher schon gemacht habe, nicht wieder eingekriegt. Und glaubt mir, diese Fotos sind nur eine minimale Auswahl von denen, die wir gemacht haben.

Wir machten uns an den Abstieg, der sich im ersten Teil nicht weniger spektakulär gestaltete als der Aufstieg. Vorbei ging es an einem Kratersee und über Schneefelder.

Schnee in den Höhen der Vulkane

Das letzte Stück des Abstiegs geht über befestigte Serpentinen und ist im Vergleich zum ersten Teil ein wenig monoton. Hier heißt es dann, Arschbacken zusammenkneifen und noch mal alle Reserven und vor allen Dingen den Geist motivieren.

Das Tongariro Alpine Crossing: Beeindruckend, spektakulär, fordernd und nachhaltig beeindruckend!

Diese Wanderung auf der Nordinsel Neuseelands: Ein absolutes Muss!!! Es fordert in jeglicher Hinsicht und wir sind dankbar, dass wir mit dem Wetter derart Glück hatten. Mit Wind und Regen ist die Wanderung sicherlich noch weitaus anspruchsvoller und wie gesagt auch nicht ganz ungefährlich.

Glücklich und platt kamen wir schließlich am Parkplatz an und haben uns wie die Kinder über den Anblick von unserem Waki gefreut! Puh, Stinkesocken und Schuhe aus und dann fuhren wir zu einem nahe gelegenen See um zu Relaxen und zu Grillen – der Abschluss eines rundum wundervollen Tages! 

Das perfekte Grillpanorama nach einer langen Wanderung!

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